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Zu Gast bei Scheckenfreunden in der Schweiz

11. Treffen der Havannafarbigen Punkschecken

Am letzten Wochenende im Mai ist es jährlich soweit, die Züchter der Riesenschecken havanna-weiß-

Tschechenschecken (in Deutschland Kleinschecken) und Zwergschecken havanna-weiß, fahren zu ihren

Freunden.

Der Anlass in die Schweiz zu fahren war die Anerkennung der Tschechenschecken havanna-weiß.

Seit 4 Jahren sind die Schweizer Scheckenfreunde bei unseren Treffen dabei. Erstmalig waren auch 4 Tschechische

Scheckenfreunde bei uns, die mit großer Freude aufgenommen wurden.

Am Freitag den 29. Mai trafen wir uns in Grenchen bei Kaffee und Kuchen. Hier konnten die meisten Freunde ihr

Wiedersehen feiern. Die Neuen wurden recht herzlich aufgenommen.

Unsere tschechischen Freunde waren knapp 1000 km gefahren, vertreten mit ihrem Präsidenten aus der

Kleintierzucht, Zuchtfreund Milan Kotyza. Der Präsident des Schweizer Tschechischen Schecken- und

Zwergscheckenclubs, Zuchtfreund Marcel Affolter, begrüßte die 40 Scheckenfreunde. Teilweise waren sie mit ihrer

gesamten Familie angereist.

Gemeinsam fuhren wir nach Selzach. Hier sind Denise Zopfi und Reto Bur beheimatet. Beide züchten

Riesenschecken havanna-weiß.

Im Hornusserhaus in Altreu saßen wir gemütlich beisammen. Das Hornussen schlagen ist eine Schweizer Sportart,

die hier von Jung und Alt gespielt wird.

Nach einem zünftigen Nachtessen „Hähnchen Feuerwehr“ (Hähnchen in Alufolie, in glühender Holzasche gegart,

also Essen aus der Erde) wurde bis nach Mitternacht mit Freunden gefeiert.

Der Übersetzer Lukas Zahlava hatte alle Hände voll zu tun, damit er die deutschen Fachausdrücke immer ins

tschechische übersetzen konnte. Hier konnten wichtige Dinge mit der Zucht und allgemeine Zuchtfragen

ausgetauscht werden.

Nach einer kurzen Nacht hatten Denise und Reto für ein hervorragendes Schweizer Frühstück gesorgt.

Am Vormittag folgte nun die Rassebesprechung. Unter Leitung des Preisrichters und Mitglieds der fachtechnischen

Kommission Schweiz, Urban Hamann, konnten wir interessantes aus Schweizer Sicht erfahren.

Nachdem nun die Tschechenschecken havanna-weiß das Anerkennungsverfahren durchlaufen haben, sind diese

auf überörtlichen Schauen anerkannt und können mit Punkten bewertet werden.

Die mitgebrachten Tiere von Marcel Affolter zeigten sich in der „gehobenen Stellung“. Bei den Deutschen Züchtern

kam diese Stellung nicht besonders an, da die Seitenzeichnung mit 6-7 Punkten nicht so schön zur Geltung kommt.

Im Ganzen wirkt die etwas längliche Stellung besser.

Die mitgebrachten Riesenschecken havanna-weiß und Zwergschecken havanna-weiß sind noch nicht anerkannt.

Hier fehlen in der Schweiz noch die erforderlichen Zuchten.

Da der Zuchtfreund Urban Hammann auch als Europapreisrichter tätig ist, konnten wir auch über das

Schaufertigmachen diskutieren. Als sehr positiv wurde empfunden, dass generell im neuen Schweizer Standard der

Griff im Nacken (sogenannter Koffergriff) bei allen Rassen verboten ist sowie das Entfernen der Grannenhaare im

Kehlenbereich mit 1,5 bis 2 Punkten Abzug empfindlich bestraft wird.

Einheitlich waren alle Anwesende der Meinung, bei Zeichnungstieren, wie im neuen Schweizer Standard

beschrieben, dass das Entfernen von Grannenhaaren in der Zeichnung gewünscht, Grannenhaare am Übergang

zwischen weiß und Farbe sichtbar sein müssen. Fehlen diese, sind Punktabzüge bzw. wenn die Grannen bei allen

Zeichnungsmerkmalen fehlen mit „nicht befriedigend“ bewertet werden.

Josef Steinack hatte sich die ab 01.10.2015 mit Punkten zu bewerteten homozygot-vollpigmentierten Schecken

zum Thema gemacht. Aufgrund einer blauen Riesenscheckenhäsin könnte er auf die neuen Positionen 4 = Kopf und

Ohren sowie Pos. 5 Deckfarbe und Gleichmäßigkeit und Pos. 6 Unterfarbe besonders eingehen.

Unsere Tschechischen und Schweizer Kollegen waren überzeugt und werden über ihre Länderstandardkommission

einen Antrag an den Europaverband einbringen.

Unsere einfarbigen Schecken werden bei der Tiermeldung für die Ausstellungen nach den punktfarbigen als

eigener Farbenschlag behandelt.

Nach einem zünftigen Mittagessen, wieder aus der Erde, bekleidete uns Reto in seinen Heimatort. Bei einer

kleinen Bierbrauerei (wöchentlich ca. 200 Liter frisches Bier) konnten wir bei strahlendem Sonnenschein eine

klasse Bierprobe vornehmen. Der Ort Selzach-Altreu ist als Europäisches Weißenstorchendorf bekannt. Auf den

Häuserdächern waren teilweise 3 riesige Storchennester, die bis zu 3 Jungstörche enthielten, zu sehen. Wir haben

noch nie so viele Weißstörche in einem Ort gesehen.

Nach diesem Fußmarsch trafen wir uns am Hornusserhaus. Unter fachkundiger Leitung konnten alle das

Hornussenschlagen probieren und üben. Sicher waren einige Talente für die Mannschaft bei den Scheckenzüchtern

dabei gewesen.

Vor dem Abendbrot wurde nochmals über unsere Scheckenzucht diskutiert. Jeder Zuchtfreund konnte seine

Probleme vorbringen. Im Vordergrund stand die Gesundheit der havannnafarbigen Riesenschecken. Gleichzeitig

erörterten wir die Zuchtlinien. Leider ist durch die schwache Verbreitung eine Fremdeinpaarung fast nicht möglich.

Nur eine straffe Selektion kann zu einem gesunden Zuchtstamm führen.

Olaf Johannsen überreichte ein Gastgeschenk, Schiefertafel mit dem Logo der havannafarbigen

Punktscheckenzüchter, an den Präsidenten Marcel Affolter. Das obligatorische „Scheckenglas“ erhielt Denise Zopfi.

Alle Zuchtfreunde bedankten sich bei unseren Schweizer Scheckenfreunden für die Gastfreundschaft.

Schnell war man sich einig, das nächste Treffen vom 27. bis 29.05.2016 bei unserem Scheckenfreund Hans Ströhle

in Bad Überkingen durchzuführen. Gleichzeitig lud der Tschechische Scheckenfreund Lukas Zahlava zum Deutsch-

Tschechischen Treffen 2016 nach Pilsen herzlich ein.

Am Sonntagmorgen, nach einer herzlichen Verabschiedung traten alle wieder die Heimreise an.

Josef Steinack